Das Turnier der Meister® - Ein Streifzug durch die Geschichte
»Turnier der Meister® - das ist die Erfolgsgeschichte einer
Sportveranstaltung, die mit zwei eher regional bedeutenden Turnieren -
mit internationaler Beteiligung - in Schwerin (1973) und Berlin (1978)
ihren bescheidenen Anfang nahm und inzwischen zum Kreis der bedeutendsten
Turn-Turniere der Welt zählt. Bestand das Turnier bis zum Jahr 1993
aus einem schlichten Mehrkampf mit einer Turn-Übung an jedem Gerät
und den anschließende Gerätfinals, schloss man sich ab 1994
der Grand-Prix-Veranstaltungsserie an, um gemeinsam mit verschiedenen
europäischen Ausrichtern eine noch höhere Attraktivität
zu erreichen. Ziel war es, durch eine Vernetzung von Turnveranstaltungen
die Stars der Turn- Szene zu binden. Das ist gelungen.
Mit der Anerkennung als World Cup Turnier des Internationalen Turnerbundes
(FIG) konnte ein weiterer Qualitätssprung erreicht werden, der die
Attraktivität der Veranstaltung für die Turnnationen in aller
Welt und zugleich die Publikums-Begeisterung der Cottbuser für »ihr«
Turnier um ein Vielfaches steigerte.
Seit nunmehr über einem Jahrzehnt ist die gesamte Weltelite des Turnens
in Cottbus zu Gast. Dass der Name des Turniers absolut berechtigt ist,
belegt nicht nur die gewachsene, fast schon historische Begeisterung der
Turnfans an dieser Veranstaltung, sondern vor allem das große Interesse
der Athleten, die sich immer wieder in Cottbus präsentieren.
1973 - Erst das dritte war die Cottbuser Premiere
Die Premiere des Tuniers 1973 in Schwerin fand ein Jahr nach dem für
den DTV sehr erfolgreichen olympischen Wettbewerben von München statt.
Bei den Turnerinnen gab es einen großen Zweikampf zwischen zwei
Wahl-Berlinerinnen. Die aus Dresden stammende Irene Abel bezwang dabei
die in der Lausitz beheimatete spätere Barren-Weltmeisterin Annelore
Zinke. Irenes Tochter Katja ist übrigens eine der deutschen Hoffnungen
für Olympia 2008 in Peking. Bei den Männern stellten später
DDR-Statistiken den Olympiasieger Klaus Köste als Turniergewinner
heraus, weil der eigentliche Sieger von Schwerin, Wolfgang Thüne,
bei den EM 1975 in Bern sich von der DTV-Delegation absetzte und in den
Westen flüchtete. Solcherart „Fälschungen“ waren
notwendig, um überhaupt Chroniken führen zu können. Thüne
hatte bei den Turn-WM 1994 in Dortmund ein Wiedersehen mit seinen einstigen
Mannschaftskameraden und journalistischen Wegbegleitern. Er arbeitet heute
als Turntrainer in Leverkusen. 1978 stieg in Berlin die Zweitauflage,
doch auch da fand der DTV in der Dynamo-Sporthalle nicht das gewünschte
Fluidum. Erst 1979, da das Turnier seine neue Heimatstadt in der Cottbuser
Stadthalle fand, stimmte auch die Atmosphäre. Und das sollte fortan
so bleiben.
1981 - WM-Test mit Kristall-Pokal
Bevor das Turnjahr 1981 begann, hatte die FIG, die internationale Turnförderation,
einen komplizierten Fall zu lösen. Da Mexiko 1,5 Millionen Schweizer
Franken nicht aufbringen konnte, mußten sie die Welttitelkämpfe,
die sie in den olympischen Stätten von Mexiko-Stadt 1968 ausrichten
wollten, zurückgeben. Die UdSSR mit den olympischen Anlagen von 1980
sprang ein und erhoffte nach dem teilweisen Olympiaboykott einen kompletten
Auftritt der Weltelite. Das Cottbuser Turnier 1981 war dafür ein
erster Leistungstest. Mit Maxi Gnauk und Michael Nikolay gewannen zwei
Berliner, die Monate später als gefeierte Weltmeister aus Moskau
heimkehrten. Aus der BRD kamen nach Cottbus mit Heike Schwarm und Dagmar
Brumm sowie Daniel Winkler und Albert Hascher vier hoffnungsvolle Meister.
Die Cottbuser Organisatoren präsentierten erstmals 65 Zentimeterr
hohe gold-rubine Kristallpokale für die Mehrkampfsieger. 80 Betriebe
konnten als Sponsoren gewonnen werden.
1984 - Zerstörte Olympia-Hoffnungen
Zum Zeitpunkt des Cottbuser Turniers 1984 hoffte der Berliner Roland Brückner
noch, nach Siegfried Fülle (1960,64,68) und Klaus Köste (1964,68,72)
der dritte DDR-Turner zu werden, der dreimal an olympischen Tunrwettbewerben
teilnehmen konnte. Doch nach 1976 und 1980 führte ihn 1984 die Reise
statt nach Los Angeles nach "Los" Olomouc in die Slowakei zu
den Wettkämpfen der Freundschaft. Der von der UdSSR ausgesprochene
Olympia-Boykott, dem auch die DDR folgte, verhinderte alle Olympiachancen
auch des Berliner Turners. In Cottbus gemeinsam auf dem Siegerpodest stand
Brückner mit dem Cottbuser Jens Fischer. Beide wanderten nach der
Wende in die alten Bundesländer aus und bauten sich als Trainer eine
neue Existenz auf. Bei der Cottbuser Pressekonferenz hoffte Brückner
damals noch: “Ich will ein drittes Mal an Olympischen Spielen teilnehmen"
und formulierte auch, dass die olympischen Ideale und die olympischen
Charta erhalten bleiben mögen. "Wenn man sich zu einem friedlichen
Wettkampf trifft, muss es gleiche Bedingungen für alle geben. Es
muß Fairness herrschen." Doch genauso wie 1980 die Turner der
BRD vom Olympiastart ausgeschlossen wurden, so wurden es 1984 die der
DDR. Es waren zwei mehr als traurige Kapitel der deutschen Turngeschichte.
1986 - Jubiläumsturnier mit großem Bahnhof
Zu den Gästen des 10. Turniers der Meister 1986 in Cottbus gehörte
auch FIG-Präsident Juri Titow (UdSSR), die Mitglieder des Technischen
Komitees der FIG Karl-Heinz Zschocke (DDR), Koji Takizawa (Japan), Sandor
Urvari (Ungarn), heute Sportminister seines Landes, Boris Schachlin (UdSSR),
Eberhard Gienger (BRD) und Bill Roezheim (USA). Mit landestypischen Musiken
wurden vor 1000 Zuschauern zur Eröffnung alle Teilnehmer begrüßt.
Ein Jubiläums-Heft mit dem Titel "turngeschichten" würdigte
die Cottbuser Traditionen und fand viel Beifall bei Teilnehmern und Gästen.
Da der österreichische Turner Reinhard Blum ohne Trainer anreiste,
bat er um Hilfe bei den Organisatoren. So betreute der Leipziger DHFK-Trainer
Peter Scholz diesen auch beim superschwierigen einarmigen Gienger-Salto
am Reck. Mit Li Chol Hon gewann bei seiner dritten Teilnahme in der Lausitz
das größte KDVR-Turntalent. Zum Kreis der Kampfrichterinnen
gehörte auch die weltberühmte Rumänin Nadia Comaneci. "Für
eine gute Sportlerin ist es kein Problem, eine Kampfrichterin zu sein",
sagte sie damals. "Ich habe immer Respekt vor ihrer Arbeit gehabt
und fand, dass sie Anerkennung verdient haben. Ich habe ihre Entscheidungen
immer geachtet." Nach ihrer spektakulären Flucht aus Rumänien,
noch vor dem Sturz des Ceausescu-Regimes, in die USA lebt Nadia Comaneci
heute gemeinsam mit Bart Conner, dem Kapitän der siegreichen USA-Olympiariege
von 1984, in Montreal.
1987 - Paarturnen brachte neue Farbe
Warum gab es von den DDR-Turnerinnen keine Gesten zum Publikum, obwohl
dieses gelungene Übungen besonders stürmisch applaudierte? Warum
turnte das große Talent Dörte Thümmler so verbissen, zeigte
keine Lockerheit und weinte nachher auch noch? Darüber wunderte sich
beim Turnier 1987 auch FIG-Generalsektretär Max Bangerter. Doch es
war bereits die Zeit in der DDR, da auch schon im Sport "die Luft
raus war" und oft Lockerheit und Freude der Aktiven auf der Strecke
bleiben mussten. Kein kritisches Wort gab es von Bangerter hingegen an
das OK-Team um Günther Nowka. "Dieser Wettkampf in Cottbus ist
weltbekannt und genießt in der FIG eine ganz hohe Einstufung. Ich
bin selten so herzlich empfangen worden wie hier, obwohl ich schon in
sehr vielen Ländern der Erde war. Die Organisatoren haben sich alle
Mühe gegeben, dass alles klappt. Von der technischen Seite gab es
keine Probleme. Ich bin erstaunt, dass hier so viele Länder teilnehmen.
Vielleicht ist Cottbus eine Vorprobe für die Weltmeisterschaften..."
Eine Premiere besonderer Art gab es mit dem Paarturnen. In der ausverkauften
Stadthalle standen nach 110 Minuten die beiden Kanadier Lori Sstrong und
Michael Inglis als Sieger fest, die im Finale das DDR-Paar Astrid Heese
und Sylvio Kroll bezwangen. Die Siegerehrung nahmen die beiden früheren
Olympiasieger Nadia Comaneci und Klaus Köste vor. Die Siegerpreise
hatte das Künstler-Ehepaar Ursula und Dietmar Kirsch gefertigt.
1990 - Zum letzten Mal ein DDR-Turnier
Es ist das letzte Mal, dass der DTV der DDR dieses Turnier veranstaltet.
Das Turnier kostete 200.000 Mark. 70.000 kamen von den Sponsoren, 50.000
durch die Bandenwerbung, 50.000 vom Fernsehen und 80.000 durch Zuschauer-Einnahmen.
1991 stand das Turnier auf der Kippe. Denn schneller als die meisten gedacht
hatten, war am 3. Oktober 1990 die Einheit vollzogen. Durch den Schwäbischen
Turnerbund und seinen Präsidenten Alfred Entenmann und des Geschäftsführers
Robert Baur gab es uneigennützige Hilfe. Nach dem Anschluss des DTV
an den DTB übernahm das Generalsekretariat in Frankfurt/Main die
Federführung. Das Turnier war erst einmal gerettet. Der Gedanke,
einen Förderkreis zu bilden, wurde aufgegriffen. Das wichtigste jedoch
war, dass das Organisations-Komitee zusammenblieb.
1994 - Grand Prix Premiere mit Weltstars
Europa war im Aufbruch, auch im Turnen. War es früher ein riesengroßes
Problem, Turner und Turnerinnen aus der UdSSR in Cottbus zu begrüßen,
so kamen sie 1994 in Scharen: Scherbo, Ivankov, Fedortschenko, Mogilni,
Podgorni, Marinitsch (der indes früher schon mal da war und die Welturaufführung
seines "Marinitsch" am Reck vollzog). Aber es turnte auch Belenki,
der nunmehr den deutschen Dreß trug. Seit 1. Februar des Jahres
besaß er einen deutschen Pass. "Ich fühle mich gut für
die WM in Brisbane. Mein Herz schlägt für das Turnen und für
mein neues Land." Wie zu früheren Zeiten die DDR-Turner, so
turnten nun die vereinten Deutschen ihre entscheidende Qualifikation in
Cottbus aus. Die Aufnahme des Cottbuser Turniers in die Reihe der Grand-Prix-Turniere
brachte eine weitere internationale Aufwertung und garantierte eine internationale
Star-Besetzung.
1996 - Zum ersten Mal in neuer Halle
Das Turnier war aus der Stadthalle in die Messe-Hallen umgezogen. Und
es war ein erstklassiges Teilnehmerfeld avisiert. Die Stars waren Vitali
Scherbo aus Weißrußland und Grigori Misjutin aus der Ukraine,
der zum Wahl-Cottbuser wurde. Es waren Valeri Belenki und Weltmeister
Andreas Wecker aus dem Kreis der deutschen Olympiakandidaten. Es waren
die Ex-Weltmeister Iwan Iwankow aus Weißrußland und Igor Korobtschinski
aus der Ukraine. Und, und, und. Soviele Sieger, Meister und Medaillengewinner
von gestern und heute waren in Cottbus noch nie vereint. Ebenso waren
es Turnerinnen wie die Weltmeisterin Lilia Podkopajeva aus der Ukraine
und Elena Piskoun aus Weißrußland, Oksana Choussovitina aus
Usbekistan und Gina Gogean aus Rumänien, die die Grand-Prix-Rangliste
nach Cottbus zog. Nicht nur wegen der ausgeschriebenen 100.000 DM Preisgeld
war es eine "Gala zum Zwanzigsten".
2003 - »Silberhochzeit«
Nach einem gewaltigen Sprung über hemmende Hürden wurde im März
2003 das 27. Turnier der Meister® - das 25. in ununterbrochener Reihenfolge
in Cottbus - erstmals in der neuerbauten Lausitz-Arena ausgetragen. Premiere
hatte auch - und dies ist als Meisterleistung zu betrachten - die Ausrichtung
dieses Weltcupturniers durch den SC Cottbus Turnen e.V. Sportliche Spitzenleistungen
und volle Ränge prägten dieses Event. So platzte die Lausitzarena
wie auch ein Jahr später bei den Finalwettkämpfen aus allen
Nähten. Ein perfekter Ablauf, die phantastische Stimmung des fachkundigen
Publikums und das überdurchschnittliche Engagement der Organisatoren
für ein angenehmes Umfeld sprachen eindeutig für weitere Auflagen
des Traditionsturniers in der Lausitz-Arena Cottbus. Bis auf die Ausnahme
zum Jubiläumsturnier - dem 30. Turnier der Meister® , welches
noch einmal in die geschichtsträchtige Cottbuser Stadthalle zurückkehrte
- hat das Turnier in der Lausitz-Arena seinen angestammten Platz gefunden.
Vor allem die Athleten schätzen die Arena dank ihrer separaten Einturnhalle.
2006 - Das 30. Jubiläumsturnier zur 850-Jahr-Feier von Cottbus
Die 30. Auflage des Turniers fand noch einmal eine Rückkehr in die
altehrwürdige Stadthalle. Zumindest an den beiden Finaltagen. Die
Qualifikation am Freitag wurde aufgrund der besseren Bedingungen in der
Lausitz-Arena ausgetragen.
Erstmals kamen beim Turnier der Meister® die neuen Wertungsvorschriften
mit A- und B-Note zur Anwendung.
Wieder waren mit Gästen aus 34 Ländern viele Vertreter der Weltspitze
da, wenn auch Olympiasiegerin Catalina Ponor nicht die erwartete Spitzenrolle
spielte, so überzeugten die amtierenden Weltmeister Hypolito (Boden),
van Gelder (Ringe) oder Petkovsek (Barren) oder begeisterte das starke
Reckduell der Europameister Maras (GRE) contra Fabian Hambüchen (GER).
Sieben Finalplatzierungen deutscher Turner das gabs auch lange nicht mehr!
2008 - Cottbuser Weltcup als Sprungbrett nach Peking
Die 32. Auflage des Turniers - erstmals unter Mirko Wohlfahrt, der Sylvio
Kroll als Turnierdirektor beerbte - setzte mehr als nur Achtungszeichen
im Olympiajahr. Sieben Monate nach den umjubelten Weltmeisterschaften
in Stuttgart und vier Monate vor den Spielen in Peking präsentierte
die Turn-Elite dem begeisterten Lausitzer Publikum einen Vorgeschmack
auf das anstehende Großereignis im Reich der Mitte. Gleich vier
Turner, die beim Turnier in der Lausitz auf dem obersten Treppchen standen,
durften später in Peking auch als Olympiasieger jubeln.
So sicherten sich bei den Männern die Chinesen Li Xioapeng und Zou
Kai nach ihrem Weltcup-Sieg in der Lausitz-Arena am Barren und am Reck
auch jeweils den Olympiatitel an diesen Geräten. Bei den Frauen gelang
dieser Doppelerfolg der Chinesin He Kexin am Stufenbarren sowie der Rumänin
Sandra Izbasa am Boden.
2009 - Nacholymische Standortbestimmung
2009 erhielt der Cottbuser Weltcup eine der ersten internationalen Standortbestimmung nach den Olympischen Spielen von Peking. Zwar gingen "nur" Athleten aus 26 Nationen an den Start - Rumänien, Lettland und Tschechien erhielten von der FIG keine Starterlaubnis - doch die Qualität stimmte. Sportlich erreichte der Kampf um die Medaillen Weltklasse-Niveau, wenn auch die Finalisten vom Fernbleiben einiger Spitzennationen profitierten.
Die Siege an den 10 Geräten gingen gleich an 9 verschiedene Nationen, nur die Niederlande konnten zwei Titel (Jeffrey Wammes am Sprung und Yuri van Gelder an den Ringen) einheimsen.
Erfolgreichster deutscher Turner war Robert Weber (Hannover). Reckweltmeister Fabian Hambüchen verpasste dagegen bei vier Finalteilnahmen die Medaillenränge. Besonders sein spektakulärer Sturz am Reck dürfte den Zuschauern in Erinnerung bleiben.
Bei den Frauen seit dem Stufenbarren-Sieg von Dörthe Thümmler aus dem Jahre 1988 holte Deutschland mit Anja Brinker (Herkenrath) wieder einen Cottbuser Sieg an diesem Gerät. Kim Bui (Tübingen) wurde bei drei Finalteilnahmen Zweite am Boden.
Die beauftragte TV-Rechte-Firma "IEC insports" sorgte erneut für den weltweiten Vertrieb der Fernsehbilder aus der Cottbuser Lausitz Arena.
2010 - gelungener Weltcup, mißlungener Start ins "Boy"-Jahr
Erneut startet die Weltelite in Cottbus in ein neues spannendes und ereignisreiches Wettkampfjahr. Vom 12. bis zum 14. März gingen mehr als 110 Top-Athleten aus 25 Nationen gingen an den Start und nutzten die Traditionsveranstaltung als erste große internationale Standortbestimmung vor den Europameisterschaften im April in Birmingham und den Weltmeisterschaften im Oktober in Rotterdam.
Am 1. Finaltag gab es durch Marcel Nguyen am Boden und Oksana Chusovitina am Sprung zwei Siege für die deutschen Gastgeber. Den Titel am Pauschenpferd holte sich Saso Bertoncelj (SLO). Am Stufenbarren siegte Kristina Vaculik (CAN) und an den Ringen lag Samir Ait Said aus Frankreich vorne. Am zweiten Tag holten sich bei den Frauen die Russin Tatiana Solovyeva den Titel am Balken und am Boden gewannen Kristina Vaculik (CAN) und Marta Pihan (POL). Der Hallenser Matthias Fahrig sicherte am Sprungtisch den dritten deutschen Sieg, am Barren gewann Yosuke Hoshi (JPN) und der Niederländer Epke Zonderland holte Gold am Reck.
Hier patzte ausgerechnet Lokalmatador Philipp Boy. Der nach der Qualifikation führende Cottbuser rutschte nach einem Fehler beim Abgang der sonst perfekten Übung auf Rang 6 zurück. Für Boy war es dennoch der Start in sein perfektes Jahr. Vize-Weltmeister im Mehrkampf, WM-Bronze mit der Mannschaft, WM-Vierter am Reck, Mannschafts-Europameister, EM-Dritter am Reck, Weltcup-Sieger am Reck in Stuttgart, deutscher Meister am Seitpferd sowie zum fünften Mal deutscher Mannschaftsmeister mit dem SC Cottbus Turnen, dazu die Auszeichnungen als „elegantester WM-Turner“ und Sportler des Jahres in Brandenburg.
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